Ü40 Feldstadtmeister : Der SV BOMMERN 05 oder Die unendliche Geschichte

An einem Sonntagmorgen in Witten. Der alte Mann hat schlecht geschlafen, weiß er doch um die große Aufgabe, die seinen Teamkollegen des SV BOMMERN 05 und ihm, bevor steht. „Titelverteidigung“, betet er gebetsmühlenartig vor sich hin. „Titelverteidigung. Den dritten Stadtmeistertitel auf dem Feld hintereinander zu gewinnen. Das wäre beispielhaft. Eine unendliche Geschichte. Zudem noch als amtierender Ü 40 Hallenstadtmeister.

Ein Eintrag für die Geschichtsbücher. Nur wie machen wir es am besten möglich?“ Er trifft eine Entscheidung. „Ich werde mich in den Dienst der Mannschaft stellen und nicht auflaufen,“ spricht er zu sich selbst. „Großes Potenzial ist vorhanden, auch wenn wichtige Spieler wie Waldi und Marcus H. fehlen. Von Darek, Harry und Folker W. mal ganz abgesehen. Wir haben mit Howi den besten Torhüter im Gehäuse und mit Michael B. und Marcus W. zwei exquisite Neuzugänge.
Fuchsas, Bernd, Frosch, Addi, Lars S. und Lalle sind sowieso über jeden Zweifel erhaben. Achim und ich werden versuchen, das Team von außen zu unterstützen.“ Der Tag nimmt seinen Lauf. Das Turnier: Es wird in zwei Dreiergruppen gespielt. Eine Mannschaft fehlt unentschuldigt. Wieder einmal.      Die erste Partie gegen den Portugiesischen SV Witten ist eine taktische Meisterleistung der Jungs vom Goltenbusch. Lalle hat in der Kabine den Akteuren,sein Erfolgsrezept vom Vortag, da waren schon die AH Spieler des SVB 05 unter seiner Leitung verdienter Stadtmeister geworden, eingeimpft. „Immer defensiv mit zwei Leuten absichern. Bei gegnerischen Angriffen fünf Feldspieler hinter dem Ball. Lasst sie ruhig kombinieren. Wir werden unsere Chancen suchen.“ Und sie finden ihre Möglichkeiten. Zweite Minute. Addi macht den Auftakt mit einem Weitschuss. Das war knapp. Dritte Minute. Michael setzt Frosch in Szene. Der Schuss geht leider vorbei. Später meint Michael: „Selbst der Schiri hat gesagt, dass ich den besser selbst hätte abschließen sollen…“ Marcus W. sichert gekonnt defensiv ab und setzt seine Vorderleute immer wieder ein. Vierte Minute. Lars S. scheitert am Keeper des Gegners. Achte Minute. Lalle dreht den Gegenspieler auf links. Der Torwart steht goldrichtig.
Nach dem Seitenwechsel neutralisieren sich beide Mannschaften. Bis auf eine Parade von Howi und einer Chance kurz vor Schluss durch Addi passiert nicht mehr viel. Taktisch sicherlich ein hochwertiges Spiel. Für die Fans eher unbefriedigend. Die Begegnung gegen den FSV Witten, bei denen mit Lars N. ein bekanntes Gesicht auftauchte, ist unter dem Begriff „Rasenschach“, sicherlich bestens eingeordnet. Gerade einmal drei Tormöglichkeiten kann der Chronist verzeichnen. Auf Seiten des Gegners ist nur eine zu vermelden. Zwei torlose Unentschieden in der Gruppenphase. Das wird unter Umständen zu wenig sein. Im Spiel der beiden Kontrahenten würde ein 1:1 schon ausreichen, um sämtliche Titelträume in Luft aufgehen zu lassen. Der FSV Witten gibt sich keine Blöße und besiegt die Portugiesen mit 3:0. Das Halbfinale gegen überraschend starke Herbeder sieht Chancen im Minutentakt. Allein Addi hat drei-vier Mal mit seinen Distanzschüssen kein Glück. Auch Michael und Fuchsas scheitern beim Torversuch. Doch als Lalle seinen ihm eigenen „Lalle-Slalom“ auspackt und die Zuschauer in Verzückung versetzt, ist Herbede besiegt. Das Endspiel ist erreicht. Der TUS Stockum, welcher die hochgehandelten Akteure des FSV Witten im Halbfinale ausgeschaltet hat, wartet schon. Addi und Lalle stärken sich mit einem außergewöhnlichen Snack. Currywurst in der Waffel?! Wenn es hilft…  
So knapp wie in den voran gegangenen Spielen soll es nicht werden. Ein Eigentor nach einer Hereingabe von Frosch öffnet die Torschleuse für den SVB 05. Lars S. mit einem unfassbar tollen Alleingang und Lalle vom Strafstoßpunkt aus, machen schon nach zehn Minuten alles klar. Bernd hat seine Möglichkeit zum Treffer, scheitert aber. Zudem zeigt ihm der gute Schiedsrichter Werner Boss nach einem Foul berechtigt die gelbe Karte. Wie auch die anderen Spielleiter des Turniers Tim Dettmann, Sven Häffner und Frank Drexelius keine Mühe haben, ihre Partien ruhig und fair ablaufen zu lassen. Frosch mit dem 4:0 und Addi nach Flanke von Lars S. schnüren den Sack zum 5:0 Endstand zu. Und Howi hat wieder einmal eine Stadtmeisterschaft ohne Gegentor gespielt.            Der alte Mann lächelt zufrieden und dankbar. Tränen füllen seine müden Augen und rinnen die faltigen Wangen hinunter. „Alles richtig gemacht. Alles richtig gemacht. Auf die Jungs ist eben Verlass.“ Glückselig nimmt er stellvertretend für das Team den Pokal entgegen und hält ihn in die, pünktlich zum Finale strahlend am Himmel stehende Sonne.
Die Mannschaft: Holger Lichottka, Michael Balzer, Marcus Werremeier, Volker Walter, Bernd Kloss, Adrian Broll, Stefan Fuchs, Lars Storchmann und Lars Kerwel Die Betreuer: Achim Zobel und Jörg Kiffmeier
Die Fans: Verena und Marcus B., Denise, Akki H., Carsten S., Arved, die Familien von Frosch und Howi

 

Autor: Jörg Kiffmeier



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